Foto: Fotolia.com – Tim Friedrich
Der Einsatz vernetzter Technologien ist für nahezu alle Unternehmen alternativlos. Doch mit dem Grad der Vernetzung steigen auch die Risiken, ein Opfer krimineller Angreifer oder unaufmerksamer Mitarbeiter zu werden. Schon ein leicht zu installierender IT-Grundschutz kann das Schlimmste verhindern.
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IT-Gefahren zunehmend komplexer
Genau diese Haltung wird zunehmend gefährlicher. Der e-Crime-Studie 2010 zufolge ist jedes vierte Unternehmen in Deutschland in den letzten drei Jahren Opfer von Computerkriminalität geworden. Besonders häufig war der Diebstahl von Kunden- und Mitarbeiterdaten sowie von geschäftskritischem Know-how. Weiteres Ergebnis: Nicht die gefürchteten Hacker aus China und Russland sind bislang die Hauptübeltäter. Richtig gefährlich sind vielmehr die jetzigen und ehemalige Mitarbeiter sowie Geschäftspartner und Dienstleister. Von wo auch immer die Gefahr droht: Angesichts der steigenden Komplexität fühlen sich die Unternehmen zunehmend unterlegen im „Wettrüsten mit den Angreifern“. Ähnliche Erkenntnisse liefert der aktuelle Global Fraud Report. Die 1.200 befragten Top-Entscheider aus aller Welt nannten Datendiebstahl, Datenverluste und Hacker-Angriffe als zweitgrößte Plage der Wirtschaftskriminalität, hinter dem klassischen Diebstahl. Und auch hier sehen sich viele Befragte von den komplexen IT-Gefahren überfordert und weitgehend schutz- und hilflos ausgeliefert. Die sprunghaft gestiegenen mobilen Anwendungen und das immer beliebtere Cloud-Computing lassen die Anforderungen an Sicherheit steigen. Laut einer Untersuchung von BITKOM und der Uni Regensburg will nur noch jedes fünfte Unternehmen gar nichts mit der Cloud zu tun haben – und schon jedes sechste bezieht sogar seine IT-Sicherheit aus der Wolke.
Nah dran am Alltag bleiben
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Fünf Klassiker geben Grundschutz
An vielen Beiträgen beteiligt ist der Wirtschaftsinformatiker Andreas Gabriel. Der Dozent am Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik der Uni Würzburg ist im Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr ein gefragter Sicherheitsexperte. Er kennt teils skurrile Geschichten aus der Praxis. Etwa die von einem Angestellten, der seine sadomasochistischen Praktiken auf Facebook offen darlegt, von Kunden entdeckt wurde und seinen Arbeitgeber so um etliche Geschäfte gebracht hat. „Die sozialen Medien sind nicht zuletzt arbeitsrechtlich noch weitgehend ungeklärte Gebiete“, so Gabriel. „Dieser rechtsfreie Raum macht es auch uns Beratern schwer.“ Er warnt vor allzu offenherzigem Verhalten. „Wer einen Kundentermin per Facebook kundtut, gibt Hinweise, die für die Konkurrenz wertvoll und das eigene Unternehmen schädlich sein können.“ Gefragt danach, welchen Grundschutz denn nun wirklich jedes Unternehmen haben muss, nennt er fünf Punkte. Erstens müssen die Mitarbeiter für die Angreifbarkeit des Unternehmens sensibilisiert werden. Denn sie verursachen geschätzte 70 Prozent der IT-Schäden – durch Unwissenheit oder Absicht. Zweitens sollte eine systematische Datensicherung durch Backuproutinen gewährleistet sein. Drittens gilt es, die Netzwerke durch Firewalls zu sichern. Viertens ist eine gute Antivirensoftware unabdingbar, und fünftens sollte jede Software aktualisiert werden. „Die Einhaltung dieser fünf Klassiker bietet schon ein vernünftiges Level. Wenn dann noch die Zugangsrechte definiert und Datenbestände und Mailverkehr verschlüsselt würden, könnte ich mir einen neuen Job suchen.“
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Weitere Informationen
- Informationen rund um das Hofnetz und alle verfügbaren IT-Dienstleistungen finden Sie auf der Website der ORCO-GSG. Oder nutzen Sie die telefonische Hofnetz-Hotline: 030 / 440 123-231, montags bis freitags, 9 bis 17 Uhr
- IT-Sicherheitsnavigator des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie
- Online-Ratgeber zur IT-Sicherheit bei kleinen und mittleren Unternehmen
- Leitfaden über IT-Basissicherheit
- Praxisnahe Anleitungen bietet kmu-sicherheit.de


