"Wir setzen den Willen um"
 
Erik Burdack, Geschäftsführer von KADOMO Berlin-Brandenburg
Im GSG-Gewerbepark Wolfener Straße hat sich vor einem Jahr der Fahrzeugumrüster Kadomo niedergelassen. Die Mobilitätsmanufaktur sorgt dafür, dass Behinderte wieder sicher und mit Spaß Auto fahren können.
Manchmal geht es ganz schnell im Leben, und von jetzt auf gleich ist alles anders. Schlaganfall oder Unfall werfen den Betroffenen aus den gewohnten Bahnen. Und erfordern Veränderungen. Dazu zählt auch die Fähigkeit,Auto zu fahren. Wer trotz körperlicher Beeinträchtigungen oder Behinderungen weiterhin am Straßenverkehr teilnehmen möchte, der muss sein Autobehindertengerecht umbauen lassen. Kadomo ist ein Reha-Fahrzeug-Umrüster, der sich vor einem Jahr im Marzahner GSG-Gewerbepark Wolfener Straße auf 500 m²niedergelassen hat.
Kadomo, die Kurzform für „Kannst doch mobil sein“
Vier Gesellschafter, die zuvor bei Autoherstellern angestellt waren, hatten seinerzeit beschlossen, ihr eigenes Ding zu machen.„Wir wollten unbedingt nach Marzahn-Hellersdorf, weil hier sehr viele Wohnungen senioren- und behindertengerecht saniert und umgebaut werden und wir damit die einzigen Umrüster in dem Bezirk sind“, sagt Erik Burdack, einer der Geschäftsführer der Kadomo. Die barrierefreien Räumlichkeiten seien optimal für die Kunden, zudem konnten gleich acht Parkplätze direkt vor der Werkstatt angemietet werden und die helle, große Fensterfront lasse die Firma auch transparent nach außen erscheinen. Die Serviceleistungen sind umfangreich:Die Erstberatung – das fängt bei der Antragstellung an und geht über das ärztliche Gutachten bis zur Führerschein-Neuauflage–bis zum individuellen Umbau des Fahrzeugs – ob Drehknopf, Handgas, Pedalverlegung oder Joysteer-Steuerung. Die Kadomo führt vor Ort die Umrüstungen durch, die notwendig sind, um ein sicheres Autofahren zu ermöglichen.
Handgas und Pedalverlegung
Einer der Gesellschafter, Ingo Kaleschke, sitzt selber seit seinem 20. Lebensjahr nach einem Unfall im Rollstuhl. Seine auf Handbetrieb umgebaute Suzuki Intruder steht mitten im Showroom, ein Rollstuhl obenauf. Ob da nicht Mut dazu gehöre, solch eine Maschine zu fahren? „Ich brauche doch für eine Behinderung keinen Mut“, sagt Kaleschke. „Wer als Behinderter mit sich selber ein Problem hat, der wird sich kein Auto umrüsten lassen, denn der hat mit sich selber genug zu tun.“ Und Erik Burdack ergänzt: „Wenn sich die Menschen, die plötzlich erkrankt sind, mit ihrer Behinderung auseinandersetzen, fangen sie an zu suchen. Da muss es doch was für mich geben, damit ich wieder mobil sein kann.Ich bin doch nicht der Einzige. Und diesen Willen setzen wir um.“
Easy Rider mit Rollstuhl
Verändert einen die Arbeit in der Mobilitätsmanufaktur? „Ich achte mehr auf Kleinigkeiten im Alltag, die nicht behindertengerecht sind. Und ärgere mich, wenn ein Nichtbetroffener auf einem Behindertenparkplatz steht“,sagt Erik Burdack. Eines hat er in all seinen Praxisjahren aber noch nicht unter Kontrolle: „Wenn Eltern mit ihren behinderten Kindern zu uns kommen. Das bewegt mich jedes Mal aufs Neue.“ Da helfen dann jene Begegnungen mit Kunden, die einfach mal vorbeischauen undbelegte Brötchen oder Kaffee vorbeibringen. „Unsere Kundenbindung ist sehr ausgeprägt. Aber die Szene der Rollstuhlfahrer ist sowieso sehr kontaktfreudig. Da kennt fast jeder jeden. Das beeindruckt mich sehr“, sagt Erik Burdack und notiert sich einen Termin, den ihn Ingo Kaleschke gerade zugesteckt hat. „Ich muss jetzt immer mit zum Rollstuhl-Basketball“, sagt der Geschäftsführer. „Dabei bin ich dann eher derjenige, der die anderen behindert“, lacht er und fügt nachdenklich hinzu: „Man sollte doch jeden Tag dankbar sein, oder?“
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Kontakt

KADOMO Berlin-Brandenburg GmbH
GSG-HOF Wolfener Straße 36
12681 Berlin
Tel.: 030 / 99 273 7710
www.kadomo.de