Infrarote Innovationen
 
Sie senden nichts aus. Sie empfangen. Eine nahezu philosophische Haltung. Mit den berührungslos messenden Infrarot-Thermometern und Wärmebildkameras erobert sich die Optris GmbH aus dem Gewerbepark Pankow ihren weltweiten Markt.
Frauen bekommen leuchtende Augen, wenn sie von ihren neuesten Stilettos schwärmen. Männer dagegen strahlen Glückseligkeit aus, wenn sie von einer technischen Neuerung sprechen. So auch Steffen Moeck, Leiter Marketing & Kommunikation von Optris. Das Unternehmen aus Pankow stellt Sensoren zur berührungslosen Temperaturmessung her. Das optris CThot scheint ein ganz besonderes Modell aus der Kompaktserie zu sein. „Bei dem zweiteiligen Sensor mit separater Elektronikbox können wir den Optikkopf bei bis zu 250 Grad Celsius installieren, ohne kühlen zu müssen“, erklärt der Marketingchef. Und ergänzt: „Wir sind schon ein bisschen innovativ.“
Arbeiten bei 250 Grad Celsius
Und das nicht ohne Erfolg. Seit das Unternehmen 2003 gegründet wurde – damals waren gerade einmal elf Mann an Bord –, hat es sich auf 60 Mitarbeiter vergrößert. Das Gebäude in der Ferdinand-Buisson-Straße platzte mittlerweile aus allen Nähten, so dass sich der Geschäftsführer und Firmengründer Dr. Ulrich Kienitz entschloss, Räume im GSG-Gewerbepark Pankow dazuzumieten. „Wir sind erst im Mai dieses Jahres mit einem Teil unserer Fertigung in die 430-m²-Fläche gezogen. Hier arbeiten jetzt 30 Mitarbeiter von uns. In den alten Geschäftsräumen sitzen weiterhin Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb, Verwaltung sowie Produktion.“
Optris stellt etwa 40 Standardprodukte her. Zu den Infrarot-Thermometern ist im Jahr 2008 die Wärmebildkamera dazugekommen. Damit wollen die Berliner den Markt erobern. Die Hauptabnehmer – Großkunden aus Industrie und Prozessautomatisierung – kommen hauptsächlich aus den großen europäischen Volkswirtschaften. Neben diesen „Original Equipment Manufacturers“, das sind Abnehmer von Komponenten, die diese in ihre eigenen Produkte einbauen und unter eigenem Namen verkaufen, gehören auch F&E-Abteilungen großer Unternehmen sowie Universitäten zum Kundenstamm von Optris.
Attraktive Kostenvorteile
Um neue Kunden zu gewinnen, nutzen die Berliner die namhaften Industriemessen wie die Hannover Messe, haben ihre Internetpräsenz ausgebaut und bieten Workshops an. In diesem Jahr ist Optris sogar auf Tour gegangen: „Mit der Optris Infrarot Tour gewähren wir Einblicke in die berührungslose Temperaturmesstechnik. Dabei arbeiten wir mit regionalen Unternehmen und Unis zusammen wie zum Beispiel dem Fraunhofer Institut oder der TU Bergakademie in Freiberg.“ Ein direktes Vertriebsnetz aus hochqualifizierten Ingenieuren und ein weltweites Händlernetz – bis China, Südkorea und Indien – sorgen dafür, dass sich die Temperaturmesstechnik made in Berlin erfolgreich behauptet. „Unser großer Vorteil ist, dass wir in großen Stückzahlen einkaufen und produzieren und so die Kostenvorteile direkt an unsere Kunden weitergeben können. Wir sehen uns zwar nicht als Marktführer, aber bei den Stückzahlen mischen wir ganz vorne mit“, sagt Steffen Moeck.

Um die Pole-Position geht es aber allemal beim sozialen Engagement von Optris. „Wir unterstützen Racing-Teams von der Bergakademie Freiberg und der ETH Zürich bei der Entwicklung ihres Prototyp-Fahrzeugs. Hierbei stellen wir zum Beispiel Sensoren für die Überwachung der Reifentemperatur zur Verfügung.“ Ein bisschen Ehrgeiz hat noch niemandem geschadet. So wurde Optris im Jahre 2007 für die innovative Entwicklung des optris CTlaser ausgezeichnet und erhielt als Gesamtsieger den Innovationspreis Industrie der Initiative Mittelstand.

(Heidi Müller)
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Kontakt

Optris GmbH
Ferdinand-Buisson-Straße 14
13127 Berlin
Tel.: 030 / 500 19 70

www.optris.de